Von «Quiet, piggy» bis Grönland – Trumps erstes Jahr in Zitaten
Wenn Donald Trump eines kann, dann ist es, Sprüche zu klopfen. Schon während des Wahlkampfes sorgte er mit Aussagen wie «they're eating the dogs» («Sie essen die Hunde») für Aufregung. Der Spruch bezieht sich auf die lange widerlegte Anschuldigung, illegal eingewanderte Migranten aus Haiti hätten in Ohio Haustiere gestohlen und gegessen.
Mit seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 gewannen Trumps Aussagen deutlich mehr Gewicht. Das hinderte den Republikaner nicht daran, seine Gedanken über die sozialen Medien, an Pressekonferenzen und bei Treffen mit Staatsoberhäuptern mit der Welt zu teilen.
Von unmöglichen Preissenkungen über hässliche Kriegsschiffe bis zu Berufswünschen – der Rückblick auf ein Jahr Trump in dessen eigenen Worten:
Kaum im Amt verabschiedete Donald Trump eine Reihe von Dekreten. Unter anderem beschloss er die Umbenennung des Golfs von Mexiko zum Golf von Amerika, dies im Zeichen seiner «America First»-Agenda. International bleibt der alte Name jedoch bestehen.
Während seiner ersten Dekret-Runde rief Trump zudem den Notstand an der Grenze zu Mexiko aus, ordnete den Einsatz des Militärs zur Grenzüberwachung an und leitete – wie schon in seiner ersten Amtszeit – den Austritt der USA aus dem Pariser Klimaabkommen ein. Ausserdem begnadigte er alle 1500 verurteilten Beteiligten am Sturm auf das Kapitol vom 6. Januar 2021.
Im Februar führte Donald Trump seine Vision für den Gaza-Streifen aus. Er nannte seinen Plan die «Riviera des Nahen Ostens». Der kriegszerstörte Küstenstreifen soll zu einem Luxus-Resort umgebaut werden. Kurze Zeit später teilte der Präsident ein KI-generiertes Video, in dem diese «Riviera» zu sehen ist; mit Wolkenkratzern, goldener Trump-Statue und einer Szene, in der der Republikaner mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu einen Cocktail trinkt.
Ende Februar lud Donald Trump den ukrainischen Präsidenten ins Weisse Haus ein, um ein Rohstoffabkommen zu unterzeichnen. Statt eines freundlichen Austauschs für die Kameras, wurde die Medienkonferenz zum verbalen Schlagabtausch zwischen Wolodimir Selenski, Donald Trump und dessen Vize, JD Vance zu sehen. Dabei warfen die Amerikaner Selenski unter anderem vor, nicht dankbar genug zu sein für die Hilfe aus den USA.
In einem Chat mit anderen hochrangigen US-Beamten teilte Trumps Verteidigungsminister Pete Hegseth Angriffspläne der USA gegen den Iran. Die Nachrichten wurden öffentlich, weil Trumps nationaler Sicherheitsberater, Mike Waltz, den Chefredakteur des Magazins «The Atlantic» aus Versehen in den Gruppenchat auf der Nachrichtenapp Signal hinzugefügt hatte. Das «Signal-Gate» sorgte international für Aufsehen. Trump nannte die ganze Geschichte einen Ausrutscher.
Am 2. April rief Donald Trump den «Liberation Day» aus. Im – damals noch nicht zugeteerten – Rosengarten des Weissen Hauses verkündete der Präsident Zölle für Waren aus 185 Ländern. Auf einer Kartontafel listete er ein Land nach dem anderen auf. Es sei der Start in das «goldene Zeitalter», das Trump seinen Wählerinnen und Wählern versprochen hatte. Die meisten Zölle wurden nach Verhandlungen pausiert oder reduziert, so auch bei jenen gegen die Schweiz.
— The White House (@WhiteHouse) May 3, 2025
Nach dem Tod von Papst Franziskus wurde Trump nach seinem Favoriten für die Nachfolge gefragt. Seine Antwort: er selbst. Bei der Antwort handelte es sich wohl um einen Witz, von diesem liess er aber nicht ab und publizierte später ein KI-generiertes Bild von ihm als Papst auf Social Media.
Zum 250. Geburtstag der US-Armee veranstaltete Donald Trump eine Militärparade in Washington. Rund 6600 Soldaten, 150 Fahrzeuge und über 50 Flugzeuge nahmen teil. Die Veranstaltung kostete rund 30 Millionen US-Dollar. Am selben Tag, der auch Trumps Geburtstag ist, fanden im ganzen Land Anti-Regime-Proteste unter dem Motto «No Kings», also «keine Könige» statt.
Such an amazing parade honoring the 250th anniversary of the United States Army.
— Kari Lake (@KariLake) June 15, 2025
God bless all of our young men and women in the armed forces. pic.twitter.com/r0zmLqh7US
Für seinen 80. Geburtstag, respektive den 250. Geburtstag der Vereinigten Staaten, hat Trump ebenfalls schon Pläne: Er hat unter anderem einen Käfigkampf auf der Wiese vor dem Weissen Haus angekündigt.
Seit Monaten sagt Trump, er werde die Medikamentenpreise um mehrere Hundert oder sogar Tausende Prozent senken. Dass die Produkte bei einer 100-prozentigen Reduktion gratis sind, scheint ihn dabei nicht zu stören.
Trump: We’re bringing down drug price by 1000%, 1200%, 1300%, 1400%. A drug that sells for $10 in London is costing $130 in New York. We are bringing it down to $20. You can do your own math. pic.twitter.com/1j7290ETtP
— unusual_whales (@unusual_whales) December 28, 2025
Am 15. August trafen sich Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska zum ersten Mal seit Trumps Rückkehr ins weisse Haus. Das Thema war der Ukraine-Krieg. Konkrete Durchbrüche gab es keine, dennoch bezeichnete Trump das Treffen in einem Interview als eine «10», weil er sich sehr gut mit dem russischen Machthaber verstanden habe. Der US-Präsident rollte Putin wortwörtlich den roten Teppich aus. Ausserdem gab es zur Feier des Tages einen Formationsflug. Kritiker bezeichneten das Treffen vor allem als gelungenen PR-Auftritt für Wladimir Putin.
Seit er die Nationalgarde nach Washington geschickt hat, habe sich die Sicherheitslage dermassen verbessert, dass sich Menschen in der Hauptstadt «endlich» wieder in Restaurants trauten. Das behauptete Trump im September. Zwar ist die Kriminalität in Washington im Vergleich zu anderen US-Städten hoch, laut offiziellen Statistiken aber rückläufig. Der Zusammenhang zwischen der Entsendung der Nationalgarde und dem Anstieg von Restaurant-Reservierungen ist nicht nachweisbar.
Im Oktober wurden alle US-Generäle aus aller Welt kurzfristig zu einem Treffen gerufen. Verteidigungsminister Pete Hegseth wetterte dort gegen Diversitätsinitiativen, «fette Truppen, Generäle und Admirale» und Bärte. Trump fokussierte sich unter anderem auf Kriegsschiffe. Er sei eine «sehr ästhetische Person». «Hässliche Schiffe», so der Präsident, seien zum Schutz nicht nötig.
Während eines Fluges beleidigte US-Präsident Donald Trump die Bloomberg-Reporterin Catherine Lucey mit den Worten «Quiet, piggy» («Ruhig, Schweinchen»), als sie ihm eine Frage zu den Epstein-Akten stellte. Trumps frühere Kontakte zu dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein, der während seiner Haft verstarb, verfolgen ihn seit Jahren. Dies, trotz wiederholter Versuche, die Affäre herunterzuspielen.
Donald Trump sieht sich als Friedensstifter. Seinen Traum vom Friedensnobelpreis verwehrte ihm das Komitee zwar, Fifa-Boss und Trump-Freund Gianni Infantino verlieh dem US-Präsidenten dafür den neu kreierten «Fifa-Friedenspreis». In seiner Dankesrede bezeichnete Trump die Ehrung als «eine der grössten Auszeichnungen meines Lebens» und verwies darauf, dass er und seine Regierung «Millionen von Leben gerettet», beispielsweise durch den Waffenstillstand zwischen Indien und Pakistan.
"This is truly one of the great honors of my life ... we've saved millions and millions of lives."
— Molly Ploofkins (@Mollyploofkins) December 5, 2025
- Trump receiving a made-up peace prize from corrupt FIFApic.twitter.com/JzBkkZN6wa
Nur wenige Tage, nachdem Donald Trump den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro aus Caracas entführen und nach New York vor Gericht bringen liess, wandte sich der US-Präsident seinem nächsten Ziel zu. Grönland müsse unbedingt Teil der USA werden. Aktuell gehört die grösste Insel der Welt zum dänischen Königreich. Ein militärischer Angriff käme somit einer Kriegserklärung an einen Nato-Partner gleich. Gleichzeitig schliesst Trump zurzeit auch Aktionen in Kuba, Mexiko, Kolumbien und Kanada nicht aus.
